Weil es sonst fast jeder tut, hatte ich mir vorgenommen, meine Gedanken zum neuen iPad nicht zu verbloggen. Ausserdem ist das Thema nicht mehr allzu aktuell. Da ich aber mittlerweile sehr viele Artikel zum Thema gelesen habe und ich teilweise komplett anderer Meinung bin, habe ich mich umentschieden.
Vor etwa vier Jahren habe ich ein iPhone 3G und zwei Jahre später ein iPhone 4 gekauft. Wieso das eine Rolle spielt? Der Schritt vom 3G auf das iPhone 4 war in meinen Augen ein Meilenstein. Zum einen wegen dem Design, vor allem aber wegen dem Retina Display. Als ich vor einigen Tagen mein altes und verstaubtes iPhone 3G wiederentdeckt habe, fiel es mir schwer zu glauben, dass ich mit einem dermassen grobpixeligen Display zufrieden war. Leicht übertrieben aber dennoch nicht ganz unwahr.
Das iPhone ist aber kein iPad. Diesen Unterschied verkennen viele, die das neue iPad als “grossen Schritt für die Menschheit” hochloben. Seit dem Release des neuen Gadgets, war ich mehrmal im Apple Store und habe die beiden Modelle miteinander verglichen. Das iPad 2-Display ist mir dabei nie unscharf vorgekommen. Weder beim Lesen und Surfen, noch beim Betrachten von Fotos ist das Auflösungsgefälle sonderlich aufgefallen. Der Hauptpunkt dafür ist die Distanz des Geräts zum Auge des Benutzers. Im Gegensatz zum iPhone liegt mein iPad nämlich zu 90% auf den Knien oder auf dem Schreibtisch, also +/- 50 cm von mir entfernt. Aus dieser Distanz habe ich das Gefühl, dass meine Retina (um Apples Vokabular zu verwenden) keine einzelnen Pixel wahrnehmen kann. Um kurz abzuschweifen ist das auch der Grund, weshalb ich die Gerüchte um ein Retina Display im Mac Book Air für aus der Luft gegriffen halte.
Noch was anderes: Wieso vergleicht Herr Cook in der letzten Keynote die Auflösung des neuen iPads mit der eines HDTVs? Man bedenke, dass ein Fernseher nicht selten zwei Meter vom Betrachter entfernt ist. Ich habe habe die Rechnung nicht gemacht, würde mich aber wundern, wenn nach der Apple’schen Definition des Retina Displays ein solcher die Anforderungen nicht erfüllen würde.
Bitte versteht mich nicht falsch. Das neue iPad ist toll und jedem der noch kein Tablett hat, kann ich das Gerät empfehlen. Es als Meilenstein zu bezeichnen finde ich aber abwegig. Viel mehr ist es in meinen Augen ein sinnvolles Update. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Besseres Display, höhere Grafikleistung, kein Siri. Durchaus vergleichbar mit dem Schritt vom iPhone 4 auf das 4S.